Kummerkasten

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    Ich wollte hier den Kummerkasten eröffnen. Für alle Themen die euch bedrücken und ihr den Wunsch habt, darüber zu reden.


    Nicht ganz uneigennützig habe ich heute diesen Topic eröffnet. Wie ihr sicher wisst, leidet mein Vater an Krebs. Bis dato sah es eig. ganz gut. Bis vorgestern auf einen Schlag sein Zustand sich massiv verschlechtert hatte. Nach Vater nun wieder im Krankenhaus liegt, ist ein Befund, dass eine Entzündung im Körber ist. Ob es nun die Lunge ist oder was anders, der Befund steht noch aus. Leider kommt zu dieser Entzündung noch das weiter Problem, das der Krebs gestreut hat. Gefallen ist nun auch noch die Speiseröhre. Entsprechend kann Vater nur noch flüssige Nahrung aufnehmen. Morgen fahren Bruder und ich ihn besuchen (im Krankenhaus). Ich hoffe, dass die Chemo zumindest den Krebs einhalt gebieten kann, sodass Vater demnächst wieder feste Nahrung zu sich nehmen kann. Das Leben ist manchmal einfach Unfair, anders kann ich es ich nicht sagen. Das ist ein mieses Gefühl, dennoch sind wir optimistisch und hoffen auf das beste!

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    Danke ihr lieben, das werde ich. Wir werden die Zeit nutzen, solange wir noch können.


    Wir sind ja gerade im Zug auf den Marburg. So wie es aussieht, ist es leider so, dass es jetzt nur noch darum geht, Vater das Leben so angenehm wie möglich zu gestallten. Da der Krebs gestreut hat, ist eine Heilung nicht mehr abzusehen. Da jetzt auch die Speiseröhre betroffen ist, müssen wir uns wohl langfristig mit den Gedanken anfreunden, dass der Tod näher kommt. Rund 9KG hat Vater nun an Gewicht verloren, da er nur noch flüssige Nahrung zu sich nehmen kann ... Es sieht nicht so gut aus, mit der Chemo wollen die Ärtze nun dafür sorgen, dass die noch verbliebene Zeit so angenehm wie möglich wird. Ich meine, dass der Tod irgendwann einen ereilt ist ja so sicher wie das Ahmen in der Kirche, aber auf so einem Weg, das ist nicht schön. Ich hoffe, dass es heute nicht das letzte mal sein wird, wo wir als Familie uns zum letzten mal sehen. Ich will mir nicht vorstellen, was meine Mutter wohl zur Zeit durch macht. Wir sind für einander da, das ist erstmal das wichtigste.

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    Am Samstag Vor bis Nachmittag haben wir die Zeit im Kreise der Familie verbracht. Vater sah soweit OK aus, aber man sieht, das die Chemo und die Lungenentzündung ihr übriges tun. Auch wurde seitens der Ärtze ganz klar gesagt, eine Heilung ist ausgeschlossen. Somit ist Chemo jetzt mehr oder wenier nur noch dazu da, um den vorhanden Krebs (wieder in der Lunge und nun auch an der Speiseröhre) einzudämmen, da der Krebs schnell wächst. Es ist kein schöner Anblick, zu sehen, wie der eigne Vater von einer bes***nsen Krankheit dahin gerafft wird. Das schlimmste ist, für Ihn und uns, die Tatsache, dass man einfach Machtlos ist. Man kann nichts machen, um zu helfen bzw. die Krankheit zu bekämpfen. Das regt mich so auf.


    Die Ärzte versuchen nun, alles soweit wei möglich "angenehm" zu gestallten, sodass er noch ein Würdevolles Leben führen kann. Wir hoffen, sobald die Lungenentzündung abgeheilt ist, ihn wieder nach Hause holen zu können. Ich will nicht, dass seine letzen Tage (Wochen, Monate) im Krankenhaus sein müssen. Das will glaube ich kein Mensch. Was ich aber sehr strak von meinem Vater finde ist, dass er offen und mit klaren Worten über seinen Tod und die Krankheit redet. Auch Mutter redet offen darüber. Ich denke dass ist wichtig, und hilft bei der Verarbeitung, wobei man an sich an den Gedanken des Todes wohl nie gewöhnen kann.


    Jedenfalls hat der Besuch, ihm sehr gut getan. Er war froh, dass alle da waren und wir den Samstag gemeinsam verbringen konnten. Denn wir wissen nicht, wie es nächste Woche aussieht. Jetzt zählt jeder Tag.


    Interessant ist, dass die "Freunde" sich nicht blicken lassen, dieses gesindel. Als Vater gesund war, war wohl alles ok. Aber jetzt, keine Spur ... die sollen sich auch nicht blicken lassen. Nur eine einzige bekannte besucht ihn einmal die Woche zusammen mit Mutter, sonst keiner mehr. Das zeigt, dass man diese Menschen jetzt auch nicht mehr um sich braucht. Lächerliche Gestallten. Nun gut, da kann man nichts machen.

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    Wenn ich ein Freund der Familie wäre, würde ich mich auch erst einmal zurückhalten und der Familie den Vortritt lassen. In einer solchen Zeit will man dem allernächsten Familienkreis möglichst viel Zeit geben und will sich nicht aufdrängen. Ich weiss nicht wie gut der Kontakt mit den Freunden ist, aber ich würde aktiv auf die besten Freunde zu gehen und mit denen reden. Eventuell wollen sie deinen Vater noch einmal sehen, aber gleichzeitig nicht aufdringlich sein. Viele Leute haben auch Schwierigkeiten damit, mit dem nahenden Tod eines Bekannten / Freundes klarzukommen.

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    Da hast du auch wieder recht! Wobei ich mir selbst wünschen würde, wenn Freunde da wären, in so einem Fall. Aber es stimmt, das Thema Tod / Sterben, ist für viele ein großes Problem und der Umgang damit. Ich war, als ich den Text oben schrieb, einfach zu sehr in rage, glaub ich. Eiei, es ist auch ein harte Thema, egal wie rum man es dreht.



    Ich muss wohl erstmal selbst damit klar kommen. Dummes Verhalten mei­ner­seits, sorry dafür.

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    Das Thema wird leider nicht besser, aber das war uns allen klar. Nun hat der Krebs gestreut und hat nun teilweise den Darm betroffen :(


    Letzte Woche war Vater zur Bestrahlung wieder in der Klinik. Zur Zeit liegt er nur noch - laufen fast nicht mehr möglich wegen den Schmerzen. Es schmerzt ihn so da liegen zu sehen 😢 Im Prinzip ist er die nächste Zeit mit Medikamenten vollgestopft um es halbwegs erträglich zu gestalten bis hoffentlich die Bestrahlung Wirkung zeigt.


    Im Hospiz ist aber für den Fall der Fälle schon alles vorbereitet, denn Mutter wird auch nicht jünger. Sie leidet extrem unter der Belastung - sie ist ja faktisch 24/7 für Vater da. Das Leben ist manchmal echt undankbar. Ich hoffe das beste. Ich hoffe dass wir als Familie nochmal zusammen raus können und zumindest mal in die Stadt fahren um zusammen etwas zu unternehmen.

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    Meine lieben,


    der Zustand meines Vaters hat sich leider noch mehr ins negative gewendet. Seit Sonntag ist er im Hospiz. Montag ging es ihm noch vergleichsweise gut.


    Heute wurde meine Mutter angerufen, dass sich der Zustand weiter verschlechtert hatte. Ansprechbar ist er nicht mehr (zumindest heute). Bruder und ich fahren jetzt am Samstag zur Mutter und dann gehen wir alle ins Hospiz. Es sieht schlecht aus, meinten die Ärzte. Ich meine, wir wussten alle, dass es ein Spiel auf Zeit ist. Ich denke aber, man sollte sich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass es jetzt jeden Tag so weit sein kann, dass er stirbt. Ekelhaftes Gefühl, auf jeden Fall. Ich denke, dass es nicht mehr besser wird. Dennoch habe ich noch Hoffnung, dass er wieder fitter wird. Hoffen wir das beste.

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    Nachtrag:


    Vater ist heute morgen verstorben. Der Krebs hatte leider gewonnen. Einzig die Tatsache, dass er ohne Schmerzen und friedlich eingeschlafen ist, macht das ganze erträglicher. Ich selbst kann es noch nicht fassen, es wirkt so, als wäre es ein schlechter Scherz. Morgen früh fahre ich nach Wetter zur Mutter und helfe dabei, das Zimmer auszuräumen usw. Vater hatte ja schon alles vorher geregelt.


    Ich denke, ab Samstag werden wir auch den Termin für die Beerdigung wissen.

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    Vielen Dank Vladch.


    Heute war ich ja Mutter im Hospiz und haben die Sachen von Vater geholt. Was ich eine schöne Geste war, auf dem Bett lag eine Rose und ein Engelchen. Das fand ich echt lieb von dem Personal. Aber auch tat es schon weh, weil man jetzt langsam realisiert, dass er weg ist.

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    Vielen dank Clive,


    am Samstag war das Gespräch mit dem Bestattungsinstitut. Dort haben wir u.a. die Urne ausgesucht, den Strauß und auch das Foto.


    Ebenso die Kleidung, die er Tragen soll, dort hatte Mutter sein Lieblingshemd und Hose ausgesucht. Typisch Vater, Hawaiihemd - wie er nun mal war.


    Im laufe der Woche werden wir auch den Termin für die Beerdigung erhalten. Ich denke, ab diesem Zeitpunkt, wird uns allen klar, dass er Tod ist. Jetzt sagen wir es, aber verstanden ist es noch nicht. Aber ich denke, ab dem Zeitpunkt der Beerdigung, kann auch mit der Sache abgeschlossen werden. Auch wenn es scherzhaft ist, war der Tod in seinem Fall eine Erlösung.


    Im Hospiz wurde dafür gesorgt, dass er keine Schmerzen mehr hatte. Und das ist wichtig, finde ich. Er ist sozusagen einfach eingeschlafen. Besser geht es nicht.


    Und ich bedanke für mich eure Geduld, bei meinen Texten hier.

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    Vielen Dank Chris, wir als Familie stehen das durch. Auch wenn es sich selbst noch unwirklich anfühlt. Es ist schon ein komisches Gefühl bei den Eltern durch die Wohnung zu laufen und Vater nicht zu sehen.


    Dass es so kommen würde war ja mehr oder weniger klar. Daher kam es jetzt nicht extrem überraschend, dennoch, daran gewöhnt man sich wohl nie.


    Diesen Mittwoch ist die Beerdigung und ich denke, spätestens dann wird uns allen richtig bewusst, dass er tot ist.


    Erlöst ist er nun - auch dank der Medizin - sodass kein unnötiges Lied ihn noch widerfahren ist. Ein Schock für uns ja, aber eine Erlösung für ihn. Ich finde Ruhe im Gedanken, dass er nicht qualvoll leiden musste, sondern einfach eingeschlafen ist. Besser geht es meiner Meinung nach nicht.


    Daher nochmal vielen Dank für eure Anteilnahme, dies bedeutet mir viel.